Enjoy yourself!

 

Stanisław Barszczak, “Enjoy yourself!”

Bleiben wir mal bei meinem Anfang in Czestochau. Ich habe damals ja nur sehr wenig French gesprochen. Mutter hatte jedenfalls versucht, mir in der Kantine das Essen beizubringen. In Czestochau meine Kollegen waren sehr nett. “Herzlich willkommen bei uns!” Sie einmal sagten. Ich hatte doch keine Ahnung, was das bedeutet. An meiner ersten Stelle im Jahr 1980 habe ich ja noch neuen Kollegen im Seminar getroffen. Das Verhältnis zwischen Professor und Priester ist eigentlich konstant geblieben. Es war immer angespannt. Ich möchte ein Beispiel hier erzählen. Mein Professor brachte einen Artikel zu korrigieren, und er sah und sagte nur:”Schreiben Sie diesen Text noch einmal, das hat mir nicht gefallen!” Ich arbeitete viel über diesen Text. Das sind so die heiklen Situationen. Das geht an die Nerven. Ich habe das mehrmals alles selbst erlebt. Ich habe in meinem Buch nicht nur über solche Sachen geschrieben, aber das ist eben nun einmal die Kehrseite meines Berufs. Dieses Jahr konnte ich also nicht in den Sommerurlaub fahren, weil weil ich nicht genug Geld haben. Aber nun schreibe ich eine Menge von Texten für den Export im Ausland. Trypolis war damals ein arges Krisengebiet. In dieser Stadt, die man jeden Abend in den Fernsehnachrichten sieht, weil da gekämpft wird und Bomben fallen! Ich bin immer in der Liebe mit dem Fernsehen. Ein Beispiel war Auftritt von Artisten in Carnegie Hall in New York. Natürlich es war alle ein wenig nervös, weil die Carnegie ja so ungefähr dasselbe ist wie das Wembley Stadion für einen Fußballer. Ansager, Vorsitzende des biblischen Konzert. Sie machte die Anspielprobe und sie meinte zu uns: “Enjoy yourself!” Ich beobachtete, ich hörte das Treffen mit den biblischen Themen aus der Bibel im Fernsehen in den USA, die immer noch sehr aktuell waren. Wir sollten also diesen Abend genießen, wir sollten genießen, was wir da erlebten. Das meine ich mit locker, relaxed. In dieser Zeit ist damals auch dieser schreckliche Anschlag auf das World Trade Center. Es gab dann auch keinen Schnellflieger mehr über den Atlantik. Ich liebe auch Musik. Mein romantisches Repertoire, also Chopin, Beethoven, Schuman, Brahms und all diese Sachen. Oh, vielleicht könnte ich das mit einem Vergleich beschreiben. Ich brauche gute Autos, denn wir fahren immer lange Strecken und wir wollen auch rechtzeitig zum Dienst am nächsten Tag zurück sein. Ja, das ist schon lustig, wenn wir so unterwegs sind. Einmal ging ich nach Edinburgh. Viele Leute machen z. B. bis heute Urlaub in Schottland. Und dann gibt es diesen Studentenaustausch und die vielen Ferienjobs usw. In Schottland tragen die Männer ja den berühmten Schottenrock. Aber ich habe keine Stück. Die Schotten tragen Messer unten am Strumpf, während es die z.B. Bayern hinten an der Lederhose tragen. Nach dem letzten Krieg zwischen Schottland und England im Jahr 1746 den wir leider verloren haben, haben die Engländer den Schottenrock verboten und wir durften auf einmal nicht mehr unsere gälische bzw. keltische Sprache sprechen. Deswegen klingt es auch so verheerend, wenn ein Schotte Englisch spricht, denn wir haben das ja quasi über Nacht lernen müssen. So wurde bei Schotten alles, wie Herr Bob Ross sagte, was in der Aussprache im Englischen ein “au” ist, bei uns zu einem “u”: Ein “roundabout” wird in Schottland wie “rundabut” ausgesprochen. Aus “ä” wird bei uns “i”, aus “dad” wird also “did” und aus “bread” “brid” usw. Man muss also immer alles erst transponieren, bis man weiß, was ein Schotte eigentlich sagen möchte – wenn er Englisch spricht. Ich habe ganz viele berühmte Leute kennen gelernt. Es gibt da z. B. ein Foto, auf dem ich mit dem Papst Johannes Paulus II und Benedikt XVI, zusammen zu sehen bin. Einige Leute von mir denken: “Er war ein ganz netter Kerl. Leider sitzt er jetzt in Polen im Gefängnis. Er hat aufgegeben und ist zurückgegangen nach Polen.” Alle dachten ja, ich hätte so viel Geld, aber das stimmte gar nicht. Aber ich wollte einfach meine letzten Lebensjahre zu Hause verbringen. Ich bin eigentlich immer so ein fröhlicher Mensch, der auch immer eine lustige Geschichte auf Leben hab. Wenn ich das kurz erwähnen darf: Ich hatte quasi zwei große Motivatoren in meinem Leben. Das eine ist Kunst und Literatur, das ist ein System, um sich selbst besser präsentieren zu können. Der andere Motivator ist etwas zu geben von sich selbst auf andere. Mein lebendiges Motto ist: “Hast du jetzt ein Problem?” “Nein, ich habe kein Problem!” “Gut, dann genieße den Tag!” Es ist ein bisschen Philosophie und Motivationstraining mit dabei. Manchmal braucht man das einfach…

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