ähnliche Natur

 

Stanislaw Barszczak, “Wir wussten eben nicht so genau, was sich abspielte”

Dem Holocaust fielen mehr als sechs Millionen Menschen zum Opfer. Der jüdische Literaturhistoriker Marcel Reich-Ranicki erzählt im Interview, wie seine Eltern deportiert wurden und er selbst seinen Häschern gerade noch entging. Er wird gefürchtet. Vergöttert. Verhöhnt. Und keiner kommt an ihm vorbei: Mit Leidenschaft und Strenge sagt Marcel Reich-Ranicki den Deutschen, was sie lesen sollen. Der Literaturpapst über die Macht der Bücher, die Schwächen der Kollegen und seine Lust zu telefonieren. Heute er sagt: “Ich lasse mich nicht beirren“. Aber im November 1940 wurde auch Reich-Ranicki zur Umsiedlung ins Warschauer Ghetto gezwungen. Warschau war zu 85 Prozent zerstört worden. Im Ghetto – das war der gesamte Nordteil der Stadt – waren viele Häuser gar nicht wieder aufgebaut worden. Wir haben spätere Luftangriffe auf Warschau selbst erlebt, in den Jahren 1940 bis 1942. Und je mehr Bomben wir hörten, desto zufriedener waren wir. Wir waren glücklich, weil wir glaubten: Das ist ein Zeichen, dass die Alliierten vorankommen. Er sagte: „Am Anfang in Warschau, im Warschauer Ghetto, seit der Flucht im Herbst 1942 aus dem Warschauer Ghetto im Untergrund. Wir wurden befreit, meine Frau und ich, als wir noch im Untergrund waren, im September 1944. Wir sind aus dem Ghetto geflohen. Wie lief das ab? Die Flucht aus dem Ghetto war nicht schwer. Es war wahnsinnig schwer, auch nur einen Tag außerhalb des Ghettos zu leben und nicht geschnappt zu werden. Es gab die Möglichkeit, mit einem Köfferchen zu fliehen, und zwar gegen fünf, halb sechs. Um diese Zeit kamen die Arbeiter zurück ins Ghetto. Uns wurde gesagt, und das war nicht falsch, wenn diese Juden zurückkommen, halb sechs, sechs Uhr, dann ist ein ungeheures Gedränge an den Ghettoeingängen, die dreifach bewacht wurden: durch deutsche Gendarmerie, polnische Polizei und jüdische Miliz. In dieser Überfüllung könnt ihr beide schnell durchgehen. Eine Bestechung wurde natürlich von uns verlangt. Der Mann hinter uns brüllte: “Geht jetzt schnell!”, als er sah, dass der Deutsche sich abgewandt hatte. Wir gingen. Drei Minuten später wurden wir von der polnischen Polizei auf der Straße angehalten. “Wer seid ihr, und wo wollt ihr hin?” “Kein Gerede, wir sind Juden, wir sind aus dem Ghetto.” “Dann muss ich euch mitnehmen.” “Langsam, vielleicht können Sie uns dahin führen, wo wir hinwollen.” “Ja, vielleicht, aber mein Kollege, der wird das nicht machen, aber ich würde euch schon hinführen.” Das war immer dasselbe Spiel von den Gendarmen, einer böse, der andere gut. Dann sind wir in die Familie gekommen, wo wir zunächst einige Tage waren. Am Anfang der Flucht stand Glück, sehr merkwürdig. Uns hatte man im Ghetto gesagt, dass der Geiger Jakob Messer, einer der besten im Ghetto, uns sagen kann, bei wem man Unterschlupf findet. Wir gingen zu Messer, den wir kannten, seine Familie war deportiert, und er sagte uns die Adresse. Als wir schon gehen wollten, nahm er die Violine, die auf dem Schrank lag, und spielte eine Melodie, die wir alle schon sehr oft gehört haben. Er spielte aus dem Beethovens Razumovsky-Quartett Opus 49 Nummer 3 C-Dur, den Anfang des letzten Satzes. Er spielte ihn sehr langsam und sehr traurig. Er hatte das Stück im Ghetto sehr oft gespielt. Sie haben das unzählige Mal gehört, denn das “Literarische Quartett” ist immer von dieser Musik eingeleitet worden. Als wir nicht weit vom Eingang des Ghettos standen, kam ein junger Mann, blieb in unserer Nähe und pfiff eine Polonaise von Chopin. Da sagte meine Frau: “Das ist ein gutes Vorzeichen, wir werden überleben.”  Mein Leben mit Mom ähnliche war. Wir sind aus dem Ghetto von heute geflohen, im ganzen Leben, um die Belohnung im Himmel zu erhalten. Na ja, aber hier der wichtige Grund ist mein Verhältnis zur Stadt Częstochowa. Ich war gerade neun Jahre alt geworden, als ich 1970 aus der kleinen polnischen Stadt Ząbkowice nach Częstochowa kam. Ich war noch nie in Warschau gewesen, nie in einer größeren Stadt. Vor allem aber: Częstochowa ist die Stadt meiner ersten großen und für das ganze Leben entscheidenden Begegnung mit der Festung des menschlichen Geistes (Kloster von Jasna Góra), der Musik, mit dem Theater, mit der Literatur. Und deshalb bin ich so dankbar für dieses Treffen. Da ich nie studieren konnte, habe ich nie gründlich Mittelhochpolnisch gelernt, die Literatur und Sprache des Mittelalters, das habe ich in hohem Maße von der Leidenschaft gelernt. Was hatten Sie sonst für Lehrer, damals?  Ich hatte Glück, der Polnischlehrer war hervorragend, der Geschichtslehrer, der übrigens auch mich gar nicht schlecht behandelt hat. Na ja, was ich den Polnischlehrern verdanke, ist natürlich die Hinführung zur Literatur. Wenn man jung ist, behält man diese Dinge gut. Ich habe die Sachen bis heute im Gedächtnis. Ich erinnere mich aus dieser Zeit, Ich hatte für mich mit geheimnisvollen Konklave mit dem Papst Pole im Oktober 1978 überprüfen. Übertragung des Vatikans hörte von Radio “Monika” auf Applaus in der Saal der unseren, vierten Klasse. Das Konklave nach siebenundzwanzig Jahren, von Papst Benedikt XVI. war anders, wir haben bereits in 21. Jahrhundert schon gegangen. Diese Nachricht hat mich nicht so sehr stark berührt, und zwar deshalb, weil davon seit Jahren die Rede war. Also schön, gut, jetzt bekomme ich das. Aber wir sind im Jahr 1979. Was ich der Mom verdanke, ist natürlich auch die Hinführung zum Wetter Geist in mein Leben. Ich errinere mich an wie uns der „ Am Abend des Tages mit Mikrofon “ geboten wurde, daran habe ich neulich erst wieder denken müssen, als “das Stück” hier in Częstochowa aufgeführt wurde – in einer kleinen Turnhalle in des Gebäudes von  des Niedriger Seminar Diözese auf der Piotrkowska Strasse. Es war eine sehr populäre Fernsehsendung in polnischer Sprache, der erste Akt des Stücks, Aufführungen, für einen Schauspieler. Hier sind alle meine Lebensdauer Ernennung, mit Menschen über ihre Angelegenheiten glücklich sprechen. Wie ich habe schon  gesagt, ich arbeitete als Priester in den Pfarreien. Dann Ich fing an im Ausland fahren, vor allem meine Unabhängigkeit zu zeigen, weil ich  immer glaubte an den Mann und seine kreativen Fähigkeiten. Ich kam nach Paris und sah lauter Dinge, die für mich total neu waren: die U-Bahn, die Bahnhöfe, die Stadtbahn-Linie, die ganze Architektur. Es war alles vollkommen neu. Dies alle von einer Szene war an meine Mom und meine besondere Gefühl zu ihr, das letzte war in meinem Leben immer zunehmend. Verstehen Erzbischöfe meine Begeisterung? Ehemaliger Erzbischof sagte: Sie werden nicht auf die Gemeinde gehen, weil Ihre Anbetung die drei Stunden gehabt hätte. Einen neuen Erzbischof zu uns noch nicht angekommen. Wir sind jetzt Sport Football-Team aus Polen. Habe ich jemals ein Fußballstadion betreten? Ja, das war im Jahre 1975 in Chorzów im Schlesien. Dort sah ich ein Match von Polen gegen irgendeine andere Mannschaft von Argentinien. Für drei Jahre der Fußballspiel, die Weltmeisterschaft in Argentinien war (1978). Ihr Team gewann die Weltmeisterschaft, an die ich mich erinnern kann. Wohl aber kann ich mich an die Namen der bedeutendsten Spieler von Polen erinnern. Daß ich damals dabei war, hat mich dann viele Jahre später einer der Gelegenheiten geworden über Fußball sprechen zu können. Ich bin zwar in verschiedenen Stadien gewesen, später auch in Szczecin 1980. Ich sah die Olympischen Spiele in Montreal 1976, aber da ging es vor allem nicht um Fußball, sondern um Leichtathletik. Fußball hat mich wohl nicht besonders interessiert. Später ich habe nie wieder ein Fußballspiel besucht. Das kann man nicht miteinander vergleichen. Diese WM ist etwas vollständig anderes, als die Olympischen Spiele von 1980 in Moskau es waren. Ich erinnere mich noch sehr gut an Moskau im Jahre 1980. Während der Olympischen Spiele gab es auch viele Fahnen, aber es war bei weitem nicht so ein Spektakel wie heute. Wenn die polnischen Farben auf den Gesichtern von Junge Athleten, und  zu sehen sind, wenn Hüte und Hemden diese Farben zeigen, dass war sehr schön. Ich glaube, daß die ungeheuerliche, die noch nicht dagewesene Fahneninflation während dieser Weltmeisterschaft im Grunde mit Patriotismus kaum etwas zu tun hat. Herr Marcel Reich ranicki sagte:” Fußball ist artistischer als Handball…. Sport und Literatur sind nahe Verwandte, die sich ähneln. Sie ähneln sich zu sehr, um sich aufrichtig lieben zu können. Es sind im Grunde feindliche Brüder. Beide appellieren auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Mitteln an dieselben Gefühle. Die fundamentalen Emotionen, mit denen sich die Literatur befaßt -Heldentum, Leidenschaft, Solidarität, Ruhmsucht- dominieren auch in den Sportwettkämpfen, nur sind sie ungleich einfacher, oberflächlicher, direkter. Was die Literatur dem Leser bietet, kann man auch im Stadion finden, ohne Verschlüsselung, ohne Intellekt, ganz und gar unkompliziert. Nichts zeigt die Brutalität des Lebens deutlicher als ein Boxkampf, und vielleicht ist ein Langstreckenlauf eine Art Parabel vom Kampf ums Dasein. Das Sporterlebnis, soviel scheint mir jedenfalls sicher, macht für viele Menschen die Kunst überflüssig. Sport ist Kunstersatz.” Weil ich liebe Literatur, ich gehe da einmal zurück zu es gerade jetzt. Die Literatur ist dazu da, das Leiden der Menschen zu zeigen, Herr Reich Ranicki sagte. “Die Weltliteratur für die Völkerverständigung seit Jahrtausenden wirkt, Fußball hingegen noch nicht lange. Andererseits ist mir kein einziges Volk auf Erden bekannt, das am Fußballspiel nicht interessiert wäre. Warum ist das so? Ein Kollege berichtete mir neulich von seinen Gefühlen während des Spiels. Erst zittert er, sogar mit beiden Mannschaften, mal mit der einen, dann mit der anderen Seite. Und irgendwann geht der Ball ins Tor und zappelt im Netz. In diesem Augenblick, so sagte mir mein Kollege, sei er glücklich, und um dieses Glückes willen lohne es sich, 90 Minuten im Stadion zu sitzen. Vielleicht gehen viele Menschen ins Stadion, weil das Spiel sie betäubt oder berauscht. Aber selbst wenn ich eine Einladung bekäme, würde ich nicht hingehen. Und zwar aus einem einzigen Grund: Auf dem Bildschirm kann ich das Spiel sehr viel besser sehen. Ich schaue mir jetzt auch Fußballspiele im Fernsehen an, aber nie lange. Ich habe bislang kein Spiel dieser WM ganz gesehen. Es wird mir doch sehr schnell langweilig.” Die unsere Naturen sind ähnliche. Wir sind auch fest Liebhaber in der Literatur. So, die schöne Literatur erstellt nun mich und meine Freunde.

 

 

 

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